Aufruf des VdA: "Flutkatastrophe – Hilfe tut Not"

Feuer und Wasser sind die Feinde der in den Archiven überlieferten Kulturgüter. Der VdA verfolgt in diesen Tagen mit Sorge die Auswirkungen der Flutkatastrophe in den betroffenen Ländern im Süden, Osten und Norden der Bundesrepublik und denkt an die Nöte der von den Wasserfluten heimgesuchten Archivarinnen und Archivare, die noch lange anhalten können.

 

Zu den durch den Wassereinbruch verursachten Schäden gehören auch Zerstörungen und Beschädigungen in den Diensträumen und Magazinen von Archiven, die dem eindringenden Wasser nicht Stand gehalten haben. Wo Wasserschäden an Archiv- und Bibliotheksgut zu verzeichnen sind, ist schnelles Handeln geboten. Wassergeschädigte Archivalien und Bücher müssen sofort „eingefroren“ werden, um ihnen später in entsprechenden Anlagen die Feuchtigkeit wieder zu entziehen (Gefriertrocknung). Beratungen für Notfallmaßnahmen bieten die Restaurierungswerkstätten der großen Staatsarchive, die Einrichtungen zur Archivberatung und -pflege – beispielhaft sei auf das Westfälische Archivamt in Münster (im Internet www.westfaelisches-archivamt.de unter „Restaurierung/Notfallmaßnahmen“ abzurufen) verwiesen – und entsprechende Spezialfirmen für Restaurierung und Konservierung (siehe die Seite der Archivmesse ARCHIVISTICA mit den dort angegebenen Ausstellerfirmen und ihren Kommunikationsverbindungen).

 

Der VdA ruft zugleich zur Solidarität und Hilfeleistung unter den Archiven auf und wird dazu auch den 73. Deutschen Archivtag in Trier (vom 17.-20. September 2002) nutzen. Es geht nicht nur um Beratung, sondern auch um praktische Hilfe und Unterstützung. Wo benötigen die von der Flutkatastrophe betroffene Archive mehr als gute Ratschläge? Was wird konkret gebraucht, um Schäden in den Archivräumen zu überwinden? Darüber sollten die Archive informieren, wozu Ihnen die Homepage des VdA zur Verfügung steht. Melden Sie sich bei der Geschäftsstelle des VdA, die in geeigneter Form notwendige Informationen über den Bedarf von einzelnen Archiven durch das Internet verbreiten wird.

 

An alle übrigen Archive geht der Appell, die Not betroffener Archive zu lindern, indem Mobiliar, technische Geräte, Verpackungsmaterial und andere Sachgüter, vielleicht auch Geldspenden von den Archiven, ihren Belegschaften und einzelnen Personen angeboten werden. Die Geschäftsstelle wird zu diesem Zweck für alle Interessenten eine „Spendenbörse“ im Internet organisieren, die Nachfrage und Angebot, Bedarf und Deckung öffentlich macht.

 

Auf dem kommenden Deutschen Archivtag in Trier sollte der Gedanke der Solidarität mit den von der Flutkatastrophe betroffenen Archiven zu weiteren Maßnahmen führen.

 

Weimar, den 19. August 2002

 

Prof. Dr. Volker Wahl

Vorsitzender des VdA

 

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