Pressemitteilung (6.12.2002)
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Pisa
im Archiv - Fehlende Schlüsselqualifikation
„Lesen“ gefährdet historische Forschung.
Archivare
schlagen Alarm Die in der Pisa-Studie für Deutschland festgestellten Defizite insbesondere bei der kulturellen Grundtechnik „Lesen“ werden sich auch in den Archiven verheerend auswirken, denn die Bildung einer historisch-kulturellen Identität einer Gesellschaft beruht auf der Erfassung und Kenntnis der in den Archiven liegenden geschriebenen Quellen. Die tägliche Erfahrung der Archivarinnen und Archivare bietet aber Anlass zur Sorge: Immer weniger junge Menschen sind bereit und vor allem in der Lage, sich bei historischen Themen auf schriftliche Quellen einzulassen. Für die Erfüllung des historischen Bildungsauftrags der Archive – so betonte der Vorstand des VdA am 27. November in Fulda – werden nicht nur wenige hochqualifizierte Spezialisten benötigt. Vielmehr sei die Auswertung der großen Anzahl der vorliegenden lokalen und regionalen Quellen eine Aufgabe, die ohne eine Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger gar nicht bewältigt werden könne. Die zu beobachtende Tendenz, zunehmend gedrucktes und bildliches Material oder im Internet verbreitete Einzelquellen als Grundlage eines Geschichtsbildes zu verwenden, führe zu einer Verfälschung von Geschichte. Hier müsse – so der Vorsitzende Professor Volker Wahl – entschieden gegengesteuert werden. Der Verband der Archivarinnen und Archivare fordert daher:
Innerhalb des Verbandes möchte sich der Vorsitzende dafür einsetzen, dass die Archive im Rahmen ihrer Möglichkeiten verstärkt Kurse anbieten, in denen jeder Interessierte den Umgang mit historischem Material und das Lesen von Quellen erlernen kann. Ein Beispiel hierfür kann hier eingesehen werden. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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