Fulda/Hof (Saale). Im Vorfeld des 93. Deutschen Archivtages, der im Herbst 2026 in der oberfränkischen Stadt Hof an der Saale stattfinden wird, war der Geschäftsführer des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., Thilo Bauer, am 5. Februar zu einem ersten intensiven Austausch zu Gast bei der Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen nicht nur die Vorbereitungen für den größten europäischen Archivkongress, sondern auch die Bedeutung des Deutschen Archivtags fürs oberfränkische Oberzentrum.
Bis zu 600 Fachbesucherinnen und -besucher aus dem In- und Ausland werden in diesem Jahr wieder zum Deutschen Archivtag erwartet, der auch für den jeweiligen Austragungsort relevanter kultureller und touristischer Faktor wird: "Wir freuen uns sehr, dass der VdA Hof als Austragungsort gewählt hat. Unsere Stadt bietet mit ihrer reichen Geschichte als Grenzstadt und ihrer heutigen Rolle als Brücke nach Osteuropa den idealen Rahmen für diesen Kongress“, so Döhla.
Bauer nutzte die Gelegenheit, die Ziele des Verbandes und das Rahmenthema des Deutschen Archivtages 2026 – den Zugang zu und die digitale Bereitstellung von Archivgut – vorzustellen. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt Hof (Saale), die unter anderem Mitglied im Bayerischen Städtetag und im Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds engagiert ist, der Archivarbeit eine hohe kulturpolitische Bedeutung beimisst.
Döhla würdigte die Arbeit des VdA und unterstrich die Relevanz der Archive gerade für Kommunen: „Archive sind weit mehr als Verwahrstellen der Verwaltung. Sie sind die Schatzkammern unserer Identität und unverzichtbare Dienstleister für eine transparente Stadtgesellschaft. In einer Zeit, in der gesicherte Informationen und Fakten immer wichtiger werden, sind unsere Archive als ‚Hüter der Wahrheit‘ ein wesentlicher Anker unserer lokalen Demokratie.“
Besonders hob die Oberbürgermeisterin die internationale Dimension hervor, die durch die langjährigen Städtepartnerschaften Hofs, etwa mit Ogden (USA), Joensuu (Finnland), Plauen (Sachsen) und Cheb (Tschechien), geprägt ist: „Die Dokumentation unserer internationalen Beziehungen und die Aufarbeitung unserer Geschichte als Ankunftsort für Flüchtlinge und Vertriebene zeigen, wie Archivarbeit Brücken bauen kann. Wir wollen den Deutschen Archivtag 2026 nutzen, um Hof als weltoffene Gastgeberstadt und als Kompetenzzentrum für historische Bildungsarbeit zu präsentieren.“
Abschließend zeigten sich beide Seiten zuversichtlich, dass die Fachmesse ARCHIVISTICA, die den Kongress begleitet, auch für die regionale Wirtschaft und die digitale Transformation der Verwaltung wichtige Impulse setzen wird. „Die Stadt Hof ist aufgrund ihrer Lage im Herzen Europas und ihrer hervorragenden Infrastruktur bestens für diesen Kongress geeignet. An Hof führt 2026 kein Weg vorbei“, fügte Döhla hinzu.
