31. Archivwissenschaftliches Kolloquium: Data Ethics for Archival Science and Historical Research
26.08.2026 bis 27.08.2026
10:30 Uhr bis 13:00 Uhr
Das Kolloquium „Data Ethics for Archival Science and Historical Research“ widmet sich der Frage, wie ethische Prinzipien im Archiv und in der datengetriebenen Forschung entwickelt und in der Praxis konkret umgesetzt werden können. Ziel ist es, theoretische Ansätze, methodologische Fragestellungen und praxisnahe Beispiele zusammenzuführen und kritisch zu diskutieren.
Die historische Forschung stellt ethische Fragen vor allem zu Zugänglichkeit und Nutzung von Archivgut. Für die Archive besteht die zentrale ethische Anforderung darin, die Authentizität der Daten zu sichern. Ethische Fragen stellen sich bei der Überlieferungsbildung wie bei der Übernahme digitaler Unterlagen ins Archiv, bei der Bestandserhaltung wie bei der Erschließung. Digitalisate und born digitals bringen weitere Problemstellungen: In welchem inhaltlichen Umfang und in welcher Form Unterlagen übernommen, erhalten und bereitgestellt werden, beeinflusst später die Forschungsmöglichkeiten mit dem Archivgut.
Keine Fachaufgabe ohne datenethische Aspekte!
Vor allem in der englischsprachigen Diskussion ist Datenethik bereits ein weites Feld. Das Kolloquium versucht mit einem internationalen Ansatz (die Beiträge kommen neben Deutschland aus Indien, der Türkei, Tschechien, Österreich und Südafrika), die Diskussion auf diesem Gebiet auch in Deutschland zu vertiefen.
- Mittwoch, 26. August 2026
- 10.30 Uhr
- Eröffnung und Grußworte
- Dr. Irmgard Christa Becker, Archivschule Marburg
- Video-Grußwort
- Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Stadt Marburg
- 10.45 Uhr Eröffnungsvortrag
- Datenzugang zwischen Offenheit und Verantwortung
- PD Dr. Dr. Grischka Petri, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur
- 11.30 Uhr Pause
- 11.45 Uhr SEKTION 1:
- Gerechtigkeit und Verantwortung als Ausgangspunkt archivischer Ethik?
- Moderation: Dr. Irmgard Christa Becker, Archivschule Marburg
- ‚Historische Gerechtigkeit‘ als Element archivischer Ethik?
- Prof. Dr. Dr. Rainer Hering/Dr. Ole Fischer, Landesarchiv Schleswig-Holstein
- Trauma-informierte Archivarbeit und soziale Gerechtigkeit: Impulse für eine archivische Ethik
- Maria Benauer BA MSc, Technische Informationsbibliothek Hannover und
- Dipl.-Archivarin (FH) Mag.a. Tamara Kefer, Stadtarchiv Graz
- Between Tracing Service and Digital Memorial: Archival and ethical challenges of „naming ‚the marginalized‘ as such“
- Kim Dresel M.A., Arolsen Archives
- 13.15 Uhr Pause
- 14.30 Uhr SEKTION 2a:
- Ethische Fragen im Kontext der Fachaufgaben
- Moderation: Dr. Esther-Julia Howell
- Voreingenommenheit in der Überlieferungsbildung
- Dr. Christian Schlöder, Sächsisches Staatsarchiv - Staatsarchiv Leipzig
- Zwischen Desiderat und Praxis: Methoden zur Auszeichnung ethisch sensibler Bestände in historischen Sammlungen
- Dr. Grigori Chlesberg, Herder-Institut, Marburg
- Anna Pravdyuk M.A., Herder-Institut, Marburg
- From rock art paintings to zettabytes: the changing role of the archivist in traversing the archival landscape in a web of complexity (online)
- Prof. Francis Garaba, University of KwaZulu-Natal (UKZN), South Africa
- 16.00 Uhr Pause
- 16.15 Uhr SEKTION 2b:
- Ethische Fragen im Kontext der Fachaufgaben
- Moderation: Prof. Dr. Thomas Henne, Archivschule Marburg
- Ein Archiv öffnet sich. Datenethische Erfahrungen beim Erschließen eines Vereinsarchivs (Alevitisch-Bektaschitisches Kulturinstitut in Köln)
- Dr. Josef Peter Jeschke, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Eren Cengiz, Alevitisch-Bektaschitisches Kulturinsitut e.V.
- Dr. Janina Karolewski, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
- Schutz personenbezogener Daten und Persönlichkeitsrechte in Archiven aus internationaler und tschechischer Perspektive (online)
- Doc. PHDr. Mikuláš Čtvrtník, Ph.D.
- State Regional Archvies in Prague, Czech Republic
- Jan Evangelista Purkyně University in Ústí nad Labem, Czech Republic
- 17.15 Uhr Ende des 1. Tages
- Donnerstag, 27. August 2026
- 8.30 Uhr SEKTION 3:
- Dekolonialisieren
- Moderation: Dr. Florian Lehrmann, Archivschule Marburg
- Data Ethics am Beispiel der digitalen Erschließung der Intendanzakten des Naturhistorischen Museum Wien
- DDr. Martin Krenn und Andrea Zaremba B.A. B.A. M.A., Naturhistorisches Museum Wien, Archiv für Wissenschaftsgeschichte
- Data Ethics in Archival Science and Historical Research: An Indian Case Study (online)
- Dr. Meena Gautam, Senior Fellow Indian Council of Historical Research, New Delhi
- Representation or stereotype? The digital documentation of colonial collections
- Afreed Mehta, Goethe Universität Frankfurt/Main
- 10.00 Uhr Pause
- 10.30 Uhr SEKTION 4:
- Praxisbeispiele
- Moderation: Dr. Robert Meier, Archivschule Marburg
- Archiv(ar)ische Imperative und die Patientenakten der Anstalten Lohr und Werneck im Staatsarchiv Kitzingen
- Nathalie Pfeuffer M.A., Staatsarchiv Kitzingen
- Analyzing Access Restrictions in Turkey's Private Archives (online)
- Dipl.-Bibl. Zehra Özbay M.A., Oriental-Institut Istanbul, Turkey
- Metadaten als ethische Praxis. Zur Modellierung sensibler Inhalte im Akademienvorhaben Prize Papers. Erschließung - Digitalisierung - Präsentation
- Dr. Simone Franz M.A. (LIS), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg / Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- 12.00 Uhr Pause
- 12.10 Uhr Keynote „Ethik und Recht - ein Kommentar zu den Vorträgen“ und Abschlussdiskussion
- Prof. Dr. Thomas Henne, Archivschule Marburg
- Dr. Esther-Julia Howell, Institut für Zeitgeschichte, München
- beide als Mitglieder von ELSA4memory
- Moderation: Dr. Irmgard Christa Becker, Archivschule Marburg
- 13.00 Uhr Ende der Veranstaltung
Ort
Archivschule Marburg
Bismarckstraße 32
35037 MarburgVeranstalter
Kontakt
Bismarckstraße 32, 35037 MarburgWebsite: https://www.archivschule.deE-Mail: geschaeftszimmer@archivschule.deTelefon: 06421-16971-0
13. Tag der Bestandserhaltung
16.09.2026
09:30 Uhr bis 17:30 Uhr
20 Jahre KBE - Vernetzt für die Bestandserhaltung
Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, bestehende Netzwerke sichtbar zu machen, erfolgreiche Kooperationsmodelle vorzustellen und neue Impulse für die gemeinsame Arbeit in der Bestandserhaltung zu setzen. Gleichzeitig bietet das Jubiläum des KBE Gelegenheit, auf 20 Jahre regionaler und überregionaler Vernetzungsarbeit zurückzublicken und zukünftige Perspektiven zu diskutieren.
- Das Programm folgt Mitte Juli
Ort
Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Schloßplatz 7
10178 Berlin
KrönungskutschensaalVeranstalter
Kontakt
MP-BKBE/KBE
Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE)
Breite Str. 30 – 36
10178 BerlinWebsite: https://bestandserhaltung.zlb.de/E-Mail: kbe@zlb.deTelefon: 030/90226-638
Special Collections – besondere Bestände aus rheinischen Archiven
13.10.2026 bis 13.10.2026
13:30 Uhr bis 15:30 Uhr
Sabine Dünnwald stellt den in einem kooperativen Projekt mit dem Stadtmuseum Euskirchen entstandenen Foto- und
Filmsammlungsbestand zur Flutkatastrophe 2021 vor. Gemeinsam starteten die beiden Gedächtniseinrichtungen einen
Aufruf an die Euskirchener Bevölkerung, um in dieser frühen Phase nach der Katastrophe Film- und Fotomaterial zu diesem für
Euskirchen einschneidenden Ereignis zu sichern. Aus den über 3000 Fotos und zahlreichen Filmen entstanden eine Ausstellung
und weitere Publikationen. Im Juli 2026 wird die Ausstellung aus Euskirchen zum 5. Jahrestag der Flutkatastrophe im
Landtag NRW zu sehen sein. Ist aktive Überlieferungsbildung zu aktuellen Ereignissen eine Aufgabe der (kommunalen)
Archive? Die Euskirchener Stadtarchivarin wird diese Frage mit JA beantworten.Die Online-Vortragsreihe „Special Collections – besondere Bestände aus rheinischen Archiven“ gehört inzwischen zu den jährlich wiederkehrenden Formaten im Programm des AFZ. Bei diesem „Blick in den Archivkarton“ werden besondere Bestände und Sammlungen der rheinischen Archive vorgestellt, die aus verschiedenen Gründen aus der Masse des Archivguts hervorstechen.
Die Vortrags- und Diskussionsreihe richtet sich als niedrigschwelliges Angebot an die Kolleg*innen der rheinischen Archive, die Bestände anderer, manchmal benachbarter Archiveinrichtungen besser kennenlernen möchten. Durch die Kenntnis der Bestände anderer Archive in der Region sowie den fachlichen Umgang damit soll die Vernetzung der Archivlandschaft
Rheinland gestärkt werden.Ort
digital (Zoom)
Veranstalter
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Kontakt
Ehrenfriedstr. 19
50259 PulheimE-Mail: afz.fortbildungszentrum@lvr.deTelefon: 022349854225