Ideenpool für teilnehmende Archive zum 13. TAG DER ARCHIVE 2026

1. Fokus auf Migration und Flucht (historisch und aktuell):

  • Vertreibung und Neuanfang vor 1945
    • Frühe Neuzeit: beispielsweise Hugenotten und Salzburger Exulanten, Bau von neuen Siedlungen für Vertriebene, Konflikte zwischen Neuankömmlingen und Alteingesessenen
  • Vertreibung und Neuanfang nach 1945:
    • Dokumentation der Ankunft, Unterbringung und Integration von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in der jeweiligen Region oder Kommune.
    • Integration der Wissenschaftler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Siedlungsgebieten (z.B. Prag, Königsberg, Breslau)
    • Ausstellung von Personenakten, Korrespondenzen, Siedlungsplänen, Zeitzeugenberichten und Bildquellen, die den Verlust der "Alten Heimat" und den Aufbau der "Neuen Heimat" beleuchten sowie über Konflikte zwischen Zugezogenen und Alteingesessenen berichten
  • Arbeitsmigration (Gastarbeiter):
    • Arbeitsmigration im Kaiserreich, vor allem aus Polen
    • Die Geschichte der "Gastarbeiter" seit den 1950er Jahren: Anwerbeabkommen, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Gründung von Gemeinden und Vereinen.
      • unterschiedlicher Umgang in Ost und West
    • Der Wandel von temporärer Arbeit zu dauerhafter Einwanderung und die Herausforderungen der Integration.
    • Wissenschaftsaustausch während des Kalten Krieges zwischen Ost und West (Förderprogramme, Ruferteilungen, bedeutende Tagungen, …)
  • Jüngere Fluchtbewegungen (seit den 1990ern bis heute):
    • Die Rolle der Kommunen, der Kirchen, der Wirtschaft, der Hochschulen und der Zivilgesellschaft bei der Aufnahme und Vermittlung von Flüchtlingen (z.B. aus dem Balkan, Syrien, der Ukraine).
    • Dokumente zu Erstaufnahmeeinrichtungen, ehrenamtlicher Hilfe und Integrationsinitiativen.
    • (studentische) Hilfsprogramme in Umbruchszeiten an Hochschulen und Universitäten

       

2. Fokus auf den Wandel der Heimat (strukturell und räumlich):

  • Strukturwandel und Abwanderung:
    • Der Verlust der "Alten Heimat" durch industrielle oder wirtschaftliche Veränderungen (z.B. Kohleabbau, Werkschließungen, Landflucht).
    • Die Suche nach der "Neuen Heimat" in Ballungszentren oder im Ausland.
    • Auswirkungen von Hochschulgründungen (seit den 1960er Jahren) auf die regionale Wirtschaft
  • Umsiedlungen und Gebietsreformen:
    • Archivmaterial zu Zwangsumsiedlungen (z.B. durch Talsperrenbau, Braunkohleabbau, Truppenübungsplätze) und die Entstehung neuer Siedlungen.
    • Der Wandel lokaler Identitäten durch kommunale Gebietsreformen (alte Dörfer, neue Großgemeinden).
    • Firmenumsiedlungen/Verlegungen des Hauptsitzes
  • Neubaugebiete und Stadtentwicklung:
    • Die Entstehung neuer Wohnviertel als "Neue Heimat" nach Kriegen,durch Bevölkerungswachstum als gründerzeitliche Stadterweiterung oder als Arbeitersiedlung. Wie wurde diese neue Identität geschaffen? (z.B. Baupläne, Fotos, Einweihungsfeiern).
    • Gründung neuer Pfarreien mit Pfarrzentren
    • Neue Studentenviertel und -wohnheime, Erzählungen und Erlebnisberichte

       

3. Fokus auf Identität und Erinnerung (kulturell und persönlich):

  • Traditionspflege und Landsmannschaften:
    • Wie wurde die Erinnerung an die "Alte Heimat" in der "Neuen Heimat" gepflegt? (z.B. durch Vereine, Treffen, Patenschaften von Kommunen oder Universitäten oder wissenschaftlichen Vereinen).
    • Archivbestände von Heimatvereinen und Landsmannschaften.
  • Familiengeschichten im Wandel:
    • Ausstellung von privaten Dokumenten (Briefe, Fotos, Tagebücher), die persönliche Geschichten von Umzug, Neuanfang und dem Gefühl von Heimatlosigkeit/Heimatfindung erzählen.
  • Die Rolle der Archive als "Gedächtnis der Heimat":
    • Präsentation von Dokumenten, die die Geschichte eines Ortes vor und nach einem einschneidenden Wandel zeigen.
    • Wie können Archivalien helfen, ein Gefühl von "Neuer Heimat" zu entwickeln, indem sie die Geschichte des Ankunftsortes vermitteln?

       

4. Interaktive und moderne Ansätze:

  • Multimediale Zeitzeugen-Interviews:
    • Interviews mit Menschen unterschiedlicher Herkunft (Vertriebene, Migranten, Zugezogene), die erzählen, was "Heimat" für sie bedeutet und wie sie ihre neue Umgebung als Heimat angenommen haben.
  • "Koffergeschichten":
    • Ausstellung von Objekten, die Menschen aus ihrer "Alten Heimat" mitgebracht haben, und der Geschichten, die damit verbunden sind.
  • Community-Archiving:
    • Aufruf an Bürger, eigene Dokumente, Fotos oder Videos zum Thema "Umzug und Neuanfang" einzureichen und Teil der Ausstellung zu werden.